Elementor vs. Gutenberg
Warum wir auf WordPress ohne Pagebuilder setzen – und wann Elementor trotzdem passt
Es ist Montagmorgen, das Telefon klingelt. Ein Kunde ist verzweifelt: Nach einem automatischen Plugin-Update sieht die Startseite der Website völlig zerschossen aus, nichts steht mehr an seinem Platz. Das ist oft der Moment, in dem die anfängliche Liebe zu visuellen Page Buildern Risse bekommt.
Wir bei GRAND DIGITAL bauen WordPress-Projekte deshalb konsequent ohne Elementor und Co. Denn wir wissen, was danach kommt. Gerade im direkten Vergleich „Elementor vs. Gutenberg“ zeigt sich schnell, welche Lösung langfristig stabiler, wartbarer und performanter ist.
Was das technisch bedeutet, warum Gutenberg-Custom-Blöcke die sauberere Basis sind (und wann Elementor trotzdem die ehrlichere Empfehlung bleibt), lest Ihr hier.
Der unsichtbare Ballast unter der Elementor-Haube
Elementor ist ein visueller Drag-and-drop-Editor. Ihr zieht Elemente auf die Seite, wählt aus Templates und habt nach wenigen Stunden etwas Vorzeigbares. Für Freelancer, die schnell liefern müssen, ist das ein realer Vorteil. Am Launch-Tag funktioniert alles wunderbar.
Was Ihr dabei weniger seht, ist der Code, den Elementor im Hintergrund erzeugt. Jede Spalte, jede Textbox und jeder Button wird in proprietäre HTML-Container verpackt – das sind weit mehr Schichten, als für die reine Darstellung nötig wären. Zudem lädt Elementor sein gesamtes JavaScript und CSS auf jeder einzelnen Seite, völlig unabhängig davon, ob die Elemente dort überhaupt vorkommen. Eine schlichte Kontaktseite zieht somit dieselbe Codebasis wie eine komplexe Startseite. Über die gesamte WordPress-Installation kommt Elementor so auf über 21 MB unkomprimierten Code.
Auf die Ladezeit, fertig, los: Warum Google das bemerkt
Wer online gefunden werden will, kommt an den Core Web Vitals – Googles offiziellen Messwerten für die Seitenerfahrung – nicht vorbei. Der wichtigste Wert ist der LCP (Largest Contentful Paint). Er misst, wie lange es dauert, bis das größte sichtbare Element geladen ist. Googles Vorgabe: unter 2,5 Sekunden. Alles darüber kostet Sichtbarkeit im Ranking.
Aktuelle Benchmarks zeigen den Unterschied deutlich:
- Gutenberg: Eine sauber aufgebaute Gutenberg-Seite kommt auf dem Mobilgerät auf einen medianen LCP von unter 2,0 Sekunden.
- Elementor: Eine frische Elementor-Installation liegt vor jeder Optimierung bei 3,8 bis 5,2 Sekunden.
Mit Caching, CSS-Minimierung und Lazy Loading lässt sich das zwar drücken – aber dieser Aufwand entsteht erst nach dem Launch und muss nach jedem größeren Elementor-Update oft mühsam wiederholt werden. Dazu kommt das DOM-Problem: Googles Lighthouse warnt ab 818 HTML-Knoten auf einer Seite. Elementor überschreitet diese Grenzen durch seine verschachtelten Container regelmäßig.
Wer ernsthaft in SEO investiert, zahlt mit einer Elementor-Website eine permanente Performance-Steuer auf jeden Artikel, jede Produktseite und jede Kampagne.
Gutenberg oder Elementor? Wann Elementor die richtige Wahl ist
Ja, es gibt diese Fälle – und es wäre unehrlich, sie wegzudiskutieren. Gerade bei der Frage „Gutenberg oder Elementor“ gibt es nicht die eine richtige Antwort für jedes Projekt. Elementor macht absolut Sinn, wenn:
- Ihr die Website selbst pflegt und keine externen Entwickler hinzuziehen wollt.
- Traffic und SEO (noch) keine kritische Rolle für Euer Geschäftsmodell spielen.
- Ihr schnell etwas Funktionales braucht und in zwei, drei Jahren ohnehin ein Relaunch geplant ist.
- Ihr eine kurzfristige Landingpage für eine dreimonatige Kampagne benötigt, die heute noch online gehen muss.
Für eine kleine Kanzlei oder einen lokalen Handwerksbetrieb, der einfach nur digital präsent sein möchte, ist Elementor kein schlechter Deal.
Der Lock-in-Effekt: Was nach dem Launch passiert
Elementor Pro kostet zwischen 60 und 290 Euro pro Jahr. Das klingt überschaubar. Was in der ersten Kalkulation jedoch oft fehlt, sind die Folgekosten. Elementor ist ein eigenständiges Plugin mit eigenem Versionszyklus. Updates können bestehende Layouts verändern oder Funktionen brechen.
Das weitaus größere Problem entsteht beim Wechselwunsch: Inhalte, die mit Elementor gebaut wurden, stecken in proprietären Datenbankstrukturen. Es gibt keine automatische Konvertierung zu Gutenberg-Blöcken. Eine Migration bedeutet in der Regel ein Copy-and-Paste-Verfahren durch das gesamte Projekt – Seite für Seite. Bei einer mittelgroßen Website kommen da schnell mehrere Tausend Euro zusammen, die in keinem ursprünglichen Budget standen.
Datenschutz-Hinweis: Elementor AI überträgt Inhalte (Texte, Bilder) an externe Server. Wer DSGVO-Konformität ernst nimmt, muss dieses Risiko bei der Nutzung externer KI-Dienste bewusst einkalkulieren.
Warum wir auf Gutenberg setzen
Gutenberg ist seit 2018 der native Editor von WordPress – kein Plugin, keine externe Abhängigkeit, keine laufenden Lizenzkosten. Custom-Blöcke werden von uns direkt für Euer Projekt entwickelt. Ein Teaserblock, ein Akkordeon oder ein Zitat-Modul entstehen exakt nach Eurem Markenerlebnis und Designsystem.
Der große Vorteil: Blöcke geben nur den Code aus, den die jeweilige Seite auch wirklich braucht. Kein globales CSS-Paket, keine unnötigen Wrapper. Der Inhalt liegt als Standard-WordPress-Block-Content in der Datenbank und bleibt portierbar und lesbar – unabhängig davon, was die Zukunft bringt.
Ist Gutenberg schwieriger zu bedienen?
Anders, nicht schwieriger. Neue Seiten entstehen bei uns durch die einfache Auswahl und Befüllung klar benannter Blöcke aus einer gut strukturierten Bibliothek. Kein unübersichtliches Layoutieren, sondern markenkonformes Arbeiten – das macht auch Marketing-Teams das Leben leichter, die Seiten eigenständig pflegen wollen.
Zukunftssicher: WordPress 7.0 und die native KI
Mit dem Release von WordPress 7.0 (Mai 2026) hat sich die Diskussion um Page Builder mittelfristig ohnehin verschoben. Der Grund: die native KI-API im WordPress-Core.
WordPress lässt sich nun direkt über einen standardisierten Connector mit externen Anbietern wie OpenAI oder Gemini verbinden. Für Gutenberg-Projekte bedeutet das, dass sich KI-Funktionen (Textvorschläge, Übersetzungen) sauber und herstellerunabhängig integrieren lassen. Daneben gibt es WordPress Telex, mit dem sich Custom-Blöcke per natürlicher Sprache beschreiben und direkt generieren lassen.
Elementor bietet zwar eigene, funktionierende KI-Features an, diese sind aber fest an die Elementor-Lizenz gebunden und laufen über deren Server. Mit einer Gutenberg-Basis seid Ihr schlichtweg flexibler und unabhängiger aufgestellt.
So entstehen unsere WordPress-Projekte
Bei unseren WordPress-Projekten planen wir Gutenberg-Blöcke bereits in der Konzeptphase. Aus Sitemaps und Wireframes entsteht eine vollständige Blockliste, die exakt auf Eure Bedürfnisse und Euer Designsystem zugeschnitten ist.
Das Ergebnis: eine Website, die performant ausgeliefert wird, redaktionell eigenständig gepflegt werden kann und nicht an das Update-Schicksal eines Drittanbieters gebunden ist. Wenn Ihr wissen wollt, was das für Euer konkretes Projekt bedeutet – ob ein Wechsel sinnvoll ist oder wie ein Gutenberg-only-Projekt Eure Ladezeiten verbessern kann – sprecht uns an.
Schnell-Check: Ist Gutenberg oder Elementor die richtige Wahl für Euer Projekt?
Gutenberg oder Elementor? Beantwortet die folgenden Fragen – und zählt Eure Ja-Antworten:
- Die Website soll länger als zwei Jahre in Betrieb bleiben.
- SEO und organische Sichtbarkeit sind für unser Geschäft relevant.
- Das Team pflegt Inhalte eigenständig im CMS – auch ohne Entwickler.
- Markenkonsistenz über alle Kanäle ist ein Thema für uns.
- DSGVO-Konformität und IT-Sicherheit stehen auf der Agenda.
- Die Website ist unser zentrales Vertriebsinstrument.
- Wir wollen keine dauerhafte Abhängigkeit von einem Drittanbieter-Plugin.
- KI-Integration (Textunterstützung, Übersetzungen) ist für uns in Zukunft denkbar.
3 oder mehr Ja: Gutenberg mit custom Blöcken ist die sinnvollere Basis – technisch und langfristig wirtschaftlich.
Überwiegend Nein: Elementor kann eine pragmatische Lösung sein.
Häufige Fragen zu Elementor vs. Gutenberg
Was ist besser, Gutenberg oder Elementor?
Das hängt vom Einsatzzweck ab – aber für die meisten Geschäftswebsites hat Gutenberg strukturelle Vorteile. Es ist Teil des WordPress-Core, erzeugt saubereren Code und performt messbar besser bei den Core Web Vitals: medianer LCP unter 2,0 Sekunden gegenüber 3,8 bis 5,2 Sekunden bei Elementor vor Optimierung. Elementor ist sinnvoll, wenn Ihr schnell selbst etwas zusammenstellen wollt und SEO keine Priorität hat. Für Websites, die wachsen sollen und langfristig gepflegt werden, ist Gutenberg die solidere Basis.
Welche Alternativen gibt es zu Elementor?
Die bekanntesten Page-Builder-Alternativen sind Divi, Bricks Builder, Beaver Builder und Oxygen Builder – alle mit ähnlichen Stärken und ähnlichen Schwächen wie Elementor. Unsere Empfehlung geht in eine andere Richtung: gar kein Page Builder, sondern native Gutenberg-Blöcke, die direkt für das Projekt entwickelt werden. Das eliminiert Plugin-Abhängigkeiten, Lizenzkosten und Lock-in – und liefert bessere Performance ohne Kompromisse.
Welche Nachteile hat die Verwendung von Elementor?
Die größten in der Praxis: schlechtere Ladezeiten durch Code-Overhead (über 21 MB unkomprimierter Code pro Installation), Update-Risiken, die bestehende Layouts brechen können, und Vendor-Lock-in durch proprietäre Datenbankstrukturen. Eine spätere Migration zu Gutenberg erfordert einen Seite-für-Seite-Rebuild – eine automatische Konvertierung gibt es nicht. Dazu kommen laufende Lizenzkosten von 60 bis 290 Euro pro Jahr und DSGVO-relevante Datenweitergabe bei Nutzung von Elementor AI.
Mein Freelancer sagt, mit Elementor ist das in einem Tag fertig. Stimmt das?
Am Launch-Tag: ja. Was danach kommt, ist eine andere Rechnung. Elementor-Updates können Layouts brechen, jede Optimierungsmaßnahme muss regelmäßig wiederholt werden, und eine spätere Migration zu Gutenberg bedeutet einen Seite-für-Seite-Rebuild. Schnell fertig ist nicht dasselbe wie langfristig gut aufgestellt.
Wir bauen Landingpages manchmal selbst, auch kurzfristig. Geht das mit Gutenberg?
Ja – wenn die Blockbibliothek dafür aufgebaut wurde. Für eine Kampagnen-LP, die in einem Tag online sein muss und nach drei Monaten wieder weg ist, kann Elementor die schnellere Option sein. Für Landingpages, die dauerhaft zur Website gehören, in der Google-Suche gefunden werden sollen und zum Angebot verlinken, lohnt sich der sauber gebaute Block deutlich mehr.
Kostet ein Gutenberg-Projekt mehr als eines mit Elementor?
Am Anfang ja, über die gesamte Laufzeit meist nicht. Custom-Block-Entwicklung braucht Vorlauf. Dafür fallen keine laufenden Lizenzkosten für den Page Builder an, keine Update-bedingten Reparaturen und keine Migrationskosten beim nächsten Relaunch. Wer den Dreijahres-Zeitraum durchrechnet, kommt auf ein anderes Ergebnis als der erste Preisvergleich.
Was bedeutet das für Datenschutz und IT-Sicherheit?
Elementors KI-Features übertragen Eingaben an externe Server – das ist bei der DSGVO-Bewertung relevant. Dazu gilt: Jedes zusätzliche Plugin mit externen Verbindungen vergrößert die Angriffsfläche. Gutenberg gehört zum WordPress-Core, hat keine eigene externe Datenverbindung und bringt keine Lizenzabhängigkeit mit. Für Unternehmen mit klaren IT-Sicherheits- und Datenschutzanforderungen ist das ein echter Unterschied.
Wir haben bereits eine Elementor-Website. Was sollten wir tun?
Wenn sie funktioniert und keine Performance- oder SEO-Probleme auftreten, bleibt sie erstmal wie sie ist. Beim nächsten Relaunch ist die Frage nach Gutenberg sinnvoll. Eine sofortige Migration, nur weil Elementor gerade in der Kritik steht, lohnt sich selten.
Was bringt WordPress 7.0 für bestehende Projekte?
Die native KI-API im Core ist der wichtigste Punkt. WordPress kann jetzt direkt mit KI-Anbietern wie OpenAI oder Claude verbunden werden – ohne zusätzliche Plugins. Für Gutenberg-Projekte bedeutet das: KI-Unterstützung beim Schreiben oder automatische Übersetzungen lassen sich sauber integrieren. Für Elementor-Projekte ist das nur über Elementors lizenzierte Lösung möglich.
Was unterm Strich zählt
Elementor ist kein schlechtes Tool. Es ist das richtige Tool für bestimmte Situationen – und das falsche für andere. Wer das weiß, trifft eine bewusste Entscheidung, keine zufällige. Wer aber eine Website baut, die über Jahre trägt, die in der Suche gefunden werden soll und mit der KI-Entwicklung Schritt halten will, dem empfehlen wir den Gutenberg-Weg.
Wenn Ihr wissen wollt, was davon für Euer Projekt konkret gilt, sprecht uns an. Kostenlos und ohne Verpflichtung.